Mittwoch, 24. Februar 2010

Saphirblau - Kerstin Gier

Saphirblau. Liebe geht durch alle Zeiten
Kerstin Gier, Januar 2010
Arena Verlag; ISBN:978-3401063478
Seiten: 400


"Saphirblau" ist der zweite Teil einer Trilogie. Band eins trägt den Titel "Rubinrot" und Band drei, der im Herbst 2010 erscheinen wird, wird den Titel "Smaragdgrün" erhalten. Nachdem mich "Rubinrot" begeistert hat, komme ich daran vorbei auch die Fortsetzung zu lesen. Gekauft habe ich das Buch beim Hugendubel.

Über die Autorin:

Kerstin Gier hat als mehr oder weniger arbeitslose Diplompädagogin 1995 mit dem Schreiben von Frauenromanen begonnen. Mit Erfolg: Ihr Erstling "Männer und andere Katastrophen" wurde mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt, und auch die nachfolgenden Romane erfreuen sich großer Beliebtheit. "Das unmoralische Sonderangebot" wurde mit der "DeLiA" für den besten deutschsprachigen Liebesroman 2005 ausgezeichnet und "Für jede Lösung ein Problem" wurde ein Bestseller. Alle Romane von Kerstin Gier werden mit enthusiastischen Kritiken von ihren Leserinnen bedacht. Heute lebt Kerstin Gier, Jahrgang 1966, als freie Autorin mit Mann, Sohn, zwei Katzen und drei Hühnern in einem Dorf in der Nähe von Bergisch Gladbach. (http://www.luebbe.de/kunden/luebbe/vgl/www.nsf/htmls/Autorenportrait?Open&ds2=Autoren-Einzeldokument-D&dc=2&external=d!C1256E550034A541,i!3AE46A1D3C82796FC1256984003EFCE8)


Klappentext:

Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. (Beides nicht wirklich einfach!) Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen allen Zeiten!


Auglia's Rezension:

Zuerst möchte ich auf die Gestaltung des Buches eingehen: Das Cover von „Saphirblau“ ist wunderschön, zu sehen ist wie bei „Rubinrot“ ein Scherenschnitt in schwarz, diesmal aber passend zum Titel in einem Blauton. Ebenfalls wie bei „Rubinrot“ gibt es am Ende jedes Kapitels eine Passage, die in blau gedruckt ist. Entweder sind es Zitate, Gedichte oder Berichte aus den Analen der Wächter. Schon allein wegen des Covers muss man das Buch schon kaufen.

Sehnsüchtig habe ich auf „Saphirblau“ gewartet und schon nach den ersten Seiten wusste ich, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Der Leser findet sich gleich wieder in die Geschichte hinein, denn das Buch beginnt nicht wie bei vielen Büchern mit einem Rückblick, einer Zusammenfassung des letzten Buches oder gar einen Zeitsprung, sondern reiht sich nahtlos an „Rubinrot“ an und setzt beim Kuss zwischen Gideon und Gwendolyn ein. Man trifft also alte Bekannte, aber auch neue Charaktere werden dem Leser vorgestellt.

Ich habe „Saphirblau“ regelrecht verschlungen, denn ich wollte immer wissen, wie es denn nun weitergeht und so war ich praktisch gezwungen immer weiterzulesen. Dieses Gefühl ist wirklich toll und in letzter Zeit hatte ich es eher selten. Ich würde mir mehr Bücher wie „Rubinrot“ und „Saphirblau“ wünschen. In einer anderen Rezension habe ich schon von Vorkehrungen, die vor dem Lesen zu treffen sind, gelesen. Man solle doch vor dem Lesen „vorschlafen“, sich unbedingt 2 Liter Wasser und etwas zum Essen daneben stellen und am besten alle Termine absagen. Ich kann dem nur zustimmen ;-)

In „Saphirblau“ nimmt die Beziehung von Gwendolyn und Gideon mehr Raum ein. Man merkt aber, dass es sich um ein Kinder- bzw. Jugendbuch handelt, weil es nicht so schnell zur Sache geht, aber genau das hat mir gefallen. Ich stehe nicht so auf Liebesromane, aber diese zarte Blüte der Liebe zwischen Gwen und Gideon gefiel mir. Irgendwie fühlt man sich während des Lesen wieder wie 16 und verspürt auch die Gefühle, die man nur in dieser Zeit haben kann. Der Autorin ist dies wirklich sehr gut gelungen, sie lässt den Leser wieder jung werden.

Die Spannung kann in „Saphirblau“, das im Gegensatz zu „Rubinrot“ von der Handlung her etwas dichter ist, konsequent gesteigert werden. Sicherlich ist dies auch der Grund wieso der Leser immer weiter lesen muss um Antworten zu erhalten. Aber dennoch behält sich das Buch etwas Geheimnisvolles.

Xemerius, den wasserspeienden Geist eines Dämons, habe ich wirklich ins Herz geschlossen. Vor allem seine lässigen, coolen und frechen Sprüche haben es mir angetan. Ich würde mich freuen, wenn er in „Smaragdgrün“ auch wieder dabei wäre.

Die Charaktere sind wie in „Rubinrot“ liebevoll gestaltet, werden lebendig, wirken authentisch und haben einen eigene Persönlichkeit. Sie entwickeln sich auch weiter. Auch wenn der Leser den Eindruck hat die Personen zu kennen, weiß er jedoch nicht, wem er trauen kann und wem nicht. Diese Tatsache finde ich äußerst interessant, denn so ist das Geschehen nicht vorhersehbar und es bleibt spannend.

Die Zeitreisen, die in diesem Buch mehr werden, war alle durchwegs interessant und spannend beschrieben. Gwendolyn muss, um nicht unkontrolliert in der Zeit herumzuspringen, elapsieren. Der Leser darf sie auf diesen Zeitsprüngen oft begleiten und erfährt Spannendes von ihrer Familie und über eine Verschwörung. Doch sich wird auch zusammen mit Gideon in das 18. Jahrhundert geschickt um sich dort auf einer Soirée mit dem geheimnisvollen Grafen zu treffen. Leider war „Saphirblau“ viel zu schnell zu Ende.

Gestört haben mich nur ein paar Kleinigkeiten, über die ich aber aufgrund des überaus positiven Gesamteindrucks und wegen dem tollen Gefühl beim Lesen hinwegsehen kann. Erwähnen möchte ich sie trotzdem: Gwenodyln braucht sehr lange bis sie weiß, was es mit der Magie des Raben auf sich hat. Sonst ist sie immer so klug und versteht schnell, aber da steht sie wohl auf dem sprichwörtlichen Schlauch. Auch, dass Xemerius in seiner Geistergestalt helfen könnte, hat sich lange nicht bemerkt. Teilweise hat sie sich von Gideon auch schlecht behandeln lassen, obwohl sie sonst so schlagfertig und selbstbewusst ist, aber das führe ich auf die Verliebtheit zurück. Der Leser jedenfalls wird auf eine richtige Berg- und Talfahrt der Gefühle geschickt.

Vieles, was ich in der Rezension zu "Rubinrot" gesagt habe, trifft auch auf "Saphirblau" zu:




In dem Buch steckt soviel Wortwitz, dass ich teilweise Bauchweh bekam vor lauter Lachen. Des Öfteren ist mir ein Schmunzeln auf den Lippen gelegen. Ein Beispiel ist eine Szene zwischen Gideon und Gwendolyn:



"Hallo, Wendy", sagte er. "Gwendolyn", erwiderte ich. Meine Güte, das war doch nun wirklich nicht schwer zu merken. Ich nannte ihn ja auch nicht Gisbert.

Solche Szenen werden dem Leser öfters präsentiert. Auch der lockere und flüssige Schreibstil der Autorin trägt dazu, dass solche Szenen in der Art auf den Leser wirken könnnen.

Trotz der oft lockeren Atmosphäre gelingt es der Autorin Spannung aufzubauen, wenn das Buch auch teilweise vorhersehbar war, aber darüber kann ich mit einem lächelden Auge hinwegsehen. Von der ersten Seite an hat mich dieses Buch in den Bann gezogen, ich habe angefangen und konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Ich bin in die Welt, die Kerstin Gier geschaffen hat, die unserer sehr ähnlich und dennoch anders ist, eingetaucht und habe alles andere um mich herum vergessen. Auch wenn der Plot noch so banal ist, man darf keine hohe Literatur erwarten, aber genau der Punkt, dass ich alles andere um mich herum vergessen konnte, ist ausschlaggebend. Das schaffen nicht viele Bücher.

Die Personen sind liebevoll gestaltet, wirken authentisch und sie werden sogar ein wenig lebendig. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ich unmittelbar am Geschehen teilhaben konnte. Besonders gut gefallen hat mir, dass Gwendolyn und auch ihre Freundin Leslie ganz normale Mädchen des 21. Jahrhunderts sind. Dieser Aspekt gibt dem ganzen Buch einen glaubwürdigen Touch, so als ob das Ganze auch in Wirklichkeit passieren könnte.



Wer am Ende noch nicht genug von „Saphirblau“ und der Welt von Gwendolyn hat, darf sich noch an einem Zahlencode versuchen. Bisher habe ich es noch nicht gemacht, aber reizen würde es mich schon.

Jetzt warte ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung „Smaragdgrün", da viele Fragen offen bleiben und am Ende ein fieser Cliffhanger auf den Leser wartet. Sehr gemein...

Fazit: „Saphirblau“ steht „Rubinrot“ in nichts nach, das Buch fesselt den Leser und lässt ihn mit dem Hunger nach mehr zurück.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen.

1 Kommentare:

anjasi hat gesagt…

Stimme dir zu - insbesondere was Xemerius angeht. Schade nur, dass Smaragdgrün noch nich erschienen ist

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